Ausstellung thematisiert Gewaltverbrechen auf dem Sachsenberg während der NS-Zeit

Foto: DGKJ
Gewaltverbrechen an kranken Kindern sind ein besonders abscheuliches Kapitel während der Nazi-diktatur. Eine Ausstellung in der Marienplatz-Galerie erinnert aktuell an hunderte Kinder, die während der NS-Zeit im Rahmen der sogenannten Euthanasie in Schwerin und anderen Orten im Deutschen Reich ermordet wurden.
Auch Kinderärzte waren darin verstrickt. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat sich umfassend mit diesem Kapitel auseinandergesetzt.
Ausgewählte Forschungsergebnisse wurden für die Wanderausstellung aufbereitet. „Wir Kinderärztinnen und Kinderärzten halten es für unsere Pflicht, den ermordeten Kindern ein Gesicht und eine Stimme zu geben. In einer Zeit zunehmender radikaler Ansichten und Auswüchse und mit Blick auf die von extremen Kräften propagierte Ausgrenzung bestimmter Personengruppen – darunter auch Kinder – ist das in unserem Land wichtiger denn je“, sagt der ehemalige Direktor der Universitäts-Kinder- und Jugend-klinik Rostock, Prof. Dr. Michael Radke, der zu den Organisatoren der Ausstellung gehört.
Während der NS-Zeit wurden im gesamten Reichsgebiet schätzungsweise 8000 Kinder mit unterschiedlichen Erkrankungen in sogenannten Kinderfachabteilungen durch Giftspritzen oder bei Menschenversuchen systematisch ermordet. Eine dieser Tötungsanstalten für kranke Kinder befand sich auf dem Sachsenberg in Schwerin. Die Ausstellung „Im Gedenken der Kinder – Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit“ ist bis 19. September 2026 in der Marienplatz-Galerie zu sehen.
Zum Begleitprogramm gehört eine Podiumsdiskussion am 9. September zwischen 18 und 19.30 Uhr. Zu Gast sind an diesem Abend Prof. Dr. Thomas Beddies vom Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin an der Charité Berlin, Prof. Dr. Andreas Broocksvon der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik der Helios Kliniken in Schwerin sowie Dr. Kathleen Haack und Prof. Dr. Ekkehardt Kumbier von der Universitätsmedizin in Rostock. Der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Jochen Schmidt wird die Veranstaltung moderieren.
Der Eintritt ist frei, die Schautafeln in der Marienplatz-Galerie sind barrierefrei zugänglich.