Ausstellung der AWO-Interventionsstelle zeigt Ausstellung zum Thema

Wo beginnt häusliche Gewalt? Das thematisiert die Ausstellung „Hinter meinem Lächeln“, die aktuell in der Marienplatz-Galerie zu sehen ist. Noch bis zum 24. Oktober informiert das Team der AWO-Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking hier zu einem Thema, das mehr Menschen betrifft, als es von außen den Anschein hat.
„Angelehnt an reale Fälle aus unserem Beratungsalltag stellen wir verschiedene Geschichten dar“, sagt Michaela Kohnert von der Beratungsstelle. Wie die von Sandra beispielsweise, die zwar arbeitet und Geld verdient, aber noch nie ein eigenes Konto hatte. Das Geld verwaltet ihr Mann – und am Ende des Monats ist es aufgebraucht, ohne dass sie Einfluss nehmen kann, wofür. „Häusliche Gewalt hat sehr unterschiedliche Formen“, sagt Michaela Kohnert. Es gibt – wie im geschilderten Fall – ökonomische Gewalt, aber auch körperliche und sexualisierte Gewalt sowie Gewalt in der Pflege. Besucher der Ausstellung sollen dafür sensibilisiert werden, wo Übergriffigkeit beginnt. Dabei kommen auch Mythen auf den Prüfstand: „Wer sich um die Finanzen kümmert, darf auch entscheiden, wofür das Geld ausgegeben wird“, ist einer davon. Dem wird in der Ausstellung ein Fakt entgegengestellt und der heißt in diesem Fall: Geld zu verwalten, bedeutet nicht automatisch, über die finanziellen Entscheidungen eines anderen Menschen bestimmen zu dürfen.
Die Ausstellungsmacher zeigen, wie Abhängigkeit entsteht. Dabei ist Gewalt im herkömmlichen Sinne manchmal auf den ersten Blick gar nicht erkennbar. Wenn zum Beispiel jemand sagt, ich will doch nur dein Bestes, ich nehme dir das jetzt ab, weil ich es besser kann, du musst dich damit nicht beschäftigen.
Entstanden ist die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Frauenhaus und der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt.
Die Präsentation zeigt darüber hinaus, dass häusliche Gewalt kein Thema ist, das ausschließlich Frauen betrifft – wenngleich ihr Anteil natürlich erheblich größer ist. Nach Angabe der Bundeszentrale für politische Bildung benennt die Weltgesundheitsorganisation Gewalt als eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen. Demnach haben neben körperlicher und sexueller Gewalt auch psychische und emotionale Gewalt gravierende Folgen. Ein komplexes Thema also, das Aufmerksamkeit verdient und eine Ausstellung, die dazu anregen will, neu darüber nachzudenken. Die Vitrinen sind im Eingangsbereich der Marienplatz-Galerie zu sehen.
